So sah der Kreuzkrug vor dem Krieg aus:

 Die Straßenansicht

 Der Biergarten

 

1816

Die Freiheitskriege waren beendet und die deutschen Legionäre in die Heimat entlassen, unter ihnen Sergeant Nesemann aus Warmse. Er war noch rüstig (32Jahre alt). So suchte er sich einen Erwerb. Wo die Straße Meinersen-Ütze, damals noch ein Sandweg, die alte Heerstraße Braunschweig-Celle kreuzte, wollte er sich ein Haus bauen und eine Gastwirtschaft darin errichten. Der dazu benötigte Platz gehörte zum Fleth, der über 4000 Morgen großen Gemeinschaftsfläche, die mit Einschluss von Warmse sich zwischen Wiedenrode und Sindersdamm sich bis nach Fernhavekost, Hohnebostel und Sindersdamm erstreckte, großenteils mit Gehölz und Wald bedeckt und zur Hut und Weide diente. Die Forstherren waren die Freiherren von Marenholtz, Dieckhorst und auf Gr. Schwülper. Zum Erwerb des Bauplatzes benötigte Nesemann also die Zustimmung aller aus dem Fleth berechtigten (aus Eltze, Wiedenrode, Fernhavekost, Hohnebostel, Böckelse, Sindersdamm und Warmse) und vor allem des Herrn von Marenholtz, Dieckhorst. Dieser war durchaus nicht abgeneigt. Einmal war es eine gute Sache, einen altgedienten  Krieger zu unterstützen und dann war die neuerrichtete Hofstelle ein Erbzinsgut, dessen Gefälle ihm zuflossen. Die Flethberechtigten aus fast allen Dörfern erhoben keine Einwendungen. Nur die Gemeinde Eltze war mit wenigen Ausnahmen Gegner des geplanten Neubaus. Die Eltzer wendeten sich an v. Marenholtz, doch dieser unterstützte Nesemann bei seinem Bauvorhaben auf jede Art und Weise.

 

Das Haus rechts wurde im Weltkrieg II von Bomben beschädigt, abgebaut und Jahre später in Eltze wieder aufgebaut.

März 1816

Die Gemeinde Eltze verfasst einen Brief an den Hofrat Freiherr von Marenholz mit derBitte dem Gesuch des Herren Nesemann seinen geplanten Hausbau  „auf der GemeindeGut und Weide an der Chaussee auf dem Kreuzwege, der von Meinersen nach Ütze führt“, zu untersagen.

Flethinteressenten, die sich für Nesemann entschieden haben (nach seiner Aufstellung):

Henning Wiedenroth, Amtsgeschworener in Höfen, Heinrich Wiedenroth, Einwohner in Höfen, Johann Heinrich Wiedenroth, Einwohner in Höfen, Hans Heinrich Thies in Hardeße, Hans Heinrich Wiedenroth in Hardeße, Conradt Ebeling Wiedenroth in Höfen, Heinrich Conrad Scheller in Wiedenrode, Wilhelm Surburg in Wiedenrode, Reineke Einwohner in Wiedenrode

Ich unterschreibe meinen Namen in fals die gantze Interessentenschaft damit zufrieden ist:

Scheele, Einwohner in Wiedenrode, Hans Heinrich Surburg in Habekost, Heinrich Wilhelm Olker in Habekost,

Der Gemeinde-Geschworene Gerlof in Hohnebostel,der Gemeinde-Geschworene Gerlof in Hohnebostel

Matias Clingenspor in Hohnebostel, Hennig Hering in Hohnebostel,Ernst Heinrich Meier in Hohnebostel

Hennig Wiedenroth daselbst, Vogets Sindersdamm, Hans Heinrich Ahrens in Warmse,Hans Heinrich Nesemann in Warmse,

Wenn alle Interessenten des Fleths den Wunsch des Vorbenannten genämigen, so wird die Dorfschaft Böckelse sich nicht abgeneigt finden, solches zu genämigen. Böckelse, den 28. März 1816

H. Schumacher, Amtsgeschworener

 

Die mir nicht zuwiederen Einwohner von Eltze:

Köneke, Amtsgeschworener in Eltze, Wrede Einwohner in Eltze, Solemann Einwohner in Eltze, Ebeling Einwohner in Eltze,

Claus, Grote, Otmer die Namen von Nesemann geschrieben.

Unterschrift: J.H. Nesemann